Trakien

Diese Region ist im östlichsten Teil der Balkanhalbinsel. An ihrer Westgrenze zu Makedonien verläuft der Fluss Nestos, im Nordosten der Fluss Evros, im Norden grenzt sie an Bulgarien und die Bergkette Rodopi und im Süden an die Ägäis.
Das Gebiet um den Evros erstreckt sich auf eine Fläche von etwa 118.000 ha. Das Evros-Delta ist von Kanälen durchzogen, in deren Umgebung der Boden landwirtschaftlich genutzt wird. Zudem ist das Delta reich an Salzwiesen.
Gelangen wir auf unserer Reise in das waldreiche Hinterland, können wir die reiche Greifvogelfauna entdecken und Vögel wie den Seeadler, der größte dort lebende Vogel, beobachten. Salzwiesen, Schwemmland und Lagunen führen uns bis zum Westarm des Evros, an dessen Ufern Schilf und der schmalblättrige Rohrkolben wachsen. An seiner Mündung ins Meer wachsen allerdings nur noch Pflanzen, die den zunehmend salzigen Boden tolerieren wie die Strandsimse. Hin und wieder entfalten Schwertlilien, Schwanenblumen, die Weiße Seerose und der Wasserfenchel ihre wunderschöne Blütenpracht und teilweise führt unser Weg durch lockeren Galeriewald aus Weiden und Pappeln. Nach einiger Zeit gelangen wir in den Wald der Greife bei Dadiá-Lefkími im waldreichen Hinterland, welches sich bis nach Bulgarien erstreckt und in dem 219 Vogel-, 40 Reptilien- und Amphibien- sowie 36 Säugetierarten zuhause sind. Vor allem gibt es eine bemerkenswerte Artenvielfalt der Greifvögel, die 36 Greifvogelarten umfasst.
An der Grenze zu Bulgarien schließt sich eines der zwei großen Massive, die Rhodopen an. Ihnen sind das Falakrón-Gebirge und die Kerkíni-Berge vorgelagert, die aus einem Kristallin-Massiv bestehen. In der Griechischen Mythologie gibt es die Geschichte von Lysisthea, einer Okeanide und Geliebten des Zeus. Um ihre Schwangerschaft geheim zu halten, bat sie eine Pflanze, einen Stein und ein Tier um Hilfe. Die Pflanze und das Tier wollten ihr nicht helfen, doch der Stein schloss sie bis zur Geburt des Kindes ein. Während dieser Zeit weinte Lysisthea und aus ihren Tränen wurden Kristalle, die sie dem Stein zum Dank schenkte. So entstanden laut der Mythologie die Bergkristalle. Das im Tertiär entstandene Falakrón-Gebirge setzt sich im Norden aus Gneis- und Schiefergesteinen, in den übrigen Gebieten aus Kalk-Gesteinen und Marmor zusammen. Während in den ersten Höhenlagen nur kahles, felsiges Gelände zu sehen ist, erstrecken sich in den unzugänglichen Nordhängen dichte Wälder aus Buchen und Fichten. Am Südhang hingegen befinden sich Wälder aus Schwarzkiefern.
Makedonien

Makedonien ist die größte der dreizehn geographischen Regionen Griechenlands. Die dreiarmige Halbinsel Chalkidiki, die wiederum aus drei Halbinseln besteht: Kassandra im Westen, Sithonia in der Mitte und Athos im Osten, umfasst eine Fläche von ungefähr 4000 km². Drei Viertel dieser Fläche ist gebirgig. Die autonome Mönchsrepublik Athos (Der Heilige Berg), die sich 2033 m über dem Meer sich erhebt, ist noch sehr ursprünglich geblieben.
Mit kilometerlangen Stränden, fruchtbaren Ebenen und hohen Bergen vereint Makedonien „südliche“ und „nördliche“ Landschaften.
Ein sehr großes Becken befindet sich in Makedonien um Dráma, Sérres und Èdessa, wenn wir uns westlich bewegen. In dieser Ebene bahnt sich der Fluss Loudías neben den Flüssen Axiós und Aliákmon seinen Weg. Er führt in ein sehr fruchtbares Mehrfachdelta und mündet in den Thermäischen Golf. Der Aliákmon hat seinen Ursprung im Pindos nahe der albanischen Grenze und ist mit seinen 297 km der längste Fluss Griechenlands. Kleine Inselchen erheben sich aus ihm, auf denen man Seiden-, Grau-, Rallen- und Nachtreiher beobachten kann. Das Aliákmon-Delta wird vom Wasserhahnenfuß im Frühjahr mit seinen weißen Blüten geschmückt. Viele Wasservögel wie Stockenten, Moorenten, der Löffler und der Säbelschnäbler erfreuen sich hier ihres Lebens.
Südlich des Aliákmon gelegen wird die Alyki-Lagune teilweise als Saline genutzt. In einer üppigen Vegetation begegnet man der einen oder anderen griechischen Landschildkröte, deren Weg man beim Wandern kreuzt. Ebenso ist es der Lebensraum der Riesensmaragdeidechse und der Vierstreifennatter.
Nicht weit von den Kerkíni-Bergen liegt der Kerkíni-See, welcher je nach Jahreszeit in seiner Fläche von 54 bis 72 km² schwankt. Dieser See gliedert sich in offene Wasserflächen, Flachwasser- und Schwimmblattzonen, Altarme und isolierte Tümpel und ist ein wichtiger Rast- und Brutplatz vieler Wasservögel wie zum Beispiel sämtlicher Reiherarten. Insgesamt wurden hier schon 227 Vogelarten gesichtet. Weiter führt uns unser Weg zum Volvi-See, die eine Fläche von 76,2 km² einnimmt. Wir wandern durch das umliegende Flachland durch Getreide-, Mais-, Tabak- und Tomatenfelder. Im Hochsommer verdunsten große Teile der Gewässer sehr stark. Es bleiben ausgedehnte Flachwasserbereiche zurück, die von Hunderten Rosaflamingos zur Nahrungssuche aufgesucht werden. Hier sind auch einige Greifvögel wie beispielsweise der Adlerbussard und der Schlangenadler zu beobachten. Nach Osten hin führt ein Fluss aus dem Volvi-See; an dessen Ufern er von einem Platanen-Auwald gesäumt wird. In mitten von Pappeln, Weiden und Eschen leben hier der Weißstorch, Schwarzstorch und der Schreiadler.
Epirus

Die nordwestlichste Präfektur Griechenlands mit den Regionen Ioannina, Arta, Preveza und Thesprotia hat dem Reisenden ungeheuer viel zu bieten. Eine ganz eigene Welt stellen die Bergdörfern von Zagoria dar mit ihren wunderschönen alten Steinhäusern, gepflasterten Gassen und einzigartigen Brücken.
Eine Landschaft von hinreißender Schönheit mit hohen Bergen wie dem Pindos und atemberaubenden Schluchten wie der Vikosschlucht, eine der tiefsten Schluchten Europas, finden sich ebenso wie archäologisch bedeutende Stätten wie Dodona, mit seinem hervorragend erhaltenen Theater oder das Totenorakel am Acheronfluß. Seltene Tiere wie Braunbären, Steinadler oder Mönchsgeier sind zu beobachten, herrliche Strände liegen am tiefblauen, kristallklaren Meer entlang der Westküste. Städte mit riesigen Kunstschätzen wie Arta, malerische Hafenstädte wie Parga, das wie ein Amphitheater am Hang zum Meer gebaut ist oder das freundliche, lebhafte Ioannina mit seiner romantischen Altstadt, der schönen Uferpromenade am See und der kleinen Insel darauf laden den Besucher ein zum Entdecken, Bummeln und Verweilen. Ganz eigen ist die traditionelle Musik von Epirus. Auch die epirotische Küche hat dem Gast Leckeres anzubieten. Unterkunft ist in zahlreichen Hotels oder in urgemütlichen traditionellen Pensionen zu finden.
Thessalien
Thessalien liegt im mittleren nördlichen Teil des Festlandes. Die Inselgruppe der Nördlichen Sporaden gehört ebenfalls zu dieser Region. Hauptsächlich aber ist die thessalische Ebene von mehreren Bergen umgeben, unter denen Griechenlands höchster Berg (2.917 m), der Olymp, der berühmteste ist.

Setzen wir unsere Reise nach Süden fort, in welche Richtung das Pindos-Gebirge verläuft, das sich von Nord nach Süd durch ganz Griechenland zieht. Es besteht aus Serpentingestein und Tonschiefer, sehr weichen Gesteinen, die leicht verwittern. So gibt es in diesem Gebirge Stellen, an denen Gesteinshalden sich ganz karg zeigen, ohne die Schönheit von Blüten und Vegetation. Die Bodenerosion ist unter anderem eine Folge der Abholzung der vielen Wälder, die einst noch in der Antike in Griechenland existierten. Sie wurden zur Römerzeit abgeholzt und boten so der Bodenerosion Angriffsfläche, die auch große Auswirkungen auf das Klima hat. Vorrangig Zedernwälder fielen den Rodungen durch Römer und Phönizier zum Opfer, denn Zedernholz ist sehr hart und robust. Dieses Holz wurde für den Schiffbau verwendet. Zusätzlich wurden mit der steigenden Bevölkerung viele Gebiete landwirtschaftlich genutzt und so musste erneut eine große Fläche an Wäldern weichen.
Weiter in Richtung Süden verlaufen die Gebirge Olymp, Ossa und Pélion in der gleichen geologischen Strukturrichtung wie das Pindos-Gebirge und bilden eine Kette. Die Verlängerung dieses Gebirges stellen die Insel Euböa und die Kykladen, eine Inselgruppe in der Ägäis, dar. Der Olymp ist in der griechischen Mythologie der Sitz des Göttervaters Zeus; er besteht aus Kalk- Dolomit- und Marmorgesteinen und ihm schließt sich das Ossagebirge an. Das Pílion fügt sich ebenfalls in diese Formation ein. Ganz wenige Gebirgsformationen stehen quer zu dieser Strukturrichtung, so zum Beispiel der Parnassos. Auf den Wiesen am Fuße des Olymps verleiht Flora der Umgebung ihre Schönheit. Weißer Affodill, die Zwerg-Schwertlilie und Roter Mohn bilden eine Blütendecke, unter der sich viel Getier wohl fühlt.
Passiert man das Témpi-Tal, gelangt man auf der Wanderung weiter zum Ossagebirge. Wir sehen eine üppige Vegetation wie zum Beispiel Stein-Eichenwälder. Wälder in dieser Region bilden ebenfalls die Flaumeiche, Orient-Hainbuch sowie die Hopfenbuche. In trockenen Gebieten findet man die König-Boris-Tanne. Zudem kann man sich an Laubwäldern und offenem Buschland erfreuen, in welchem Rotkopfwürger, Maskenwürger und Neuntöter zuhause sind. Das gesamte Gebirge beheimatet in seinen unterschiedlichen Vegetationszonen eine beachtliche Artenvielfalt. Das südlich gelegene Pélion-Gebirge wird hauptsächlich durch eine Macchie bestehend aus Salbeiblättriger Zistrose, dornigem Ginster, Thymian und anderen würzigen Sträuchern sowie der Büschelblütigen Erika gekennzeichnet.
Wir setzen unseren Weg fort und erreichen die Metéora, eine Gruppe von Konglomeratfelsen, welche durch die Erosion der Jahrmillionen entstanden sind und in deren Wände und Gipfel Klöster gebaut wurden. Sie wirken wie in die Landschaft hineingezaubert und sind eine atemberaubende Attraktion. In südlicher Richtung setzen wir unsere Wanderung zum Parnassos fort, in dessen Nähe die Orakelstätte Delphi liegt. Bezaubernd und malerisch stellt sich die Natur hier ebenfalls dar.
Die Blüten von verschiedenenfarbigen Glockenblumen, Wilder Malve, Schneckenklee, blauvioletten Felsen-Glockenblumen, Gelber Affodeline und vieler anderer Pflanzen verleihen dieser Landschaft einen bunten Blütenzauber, der sich sanft wie ein Scheier über das felsige Land legt. Ebenso vielfältig wie die Flora ist hier auch die Fauna. So leben in den Felsenwänden des Parnassos Turmfalken, Kolkraben und Felsenkleiber. Die Apollo-Tanne bildet hier vorrangig die Wälder.
Festland (Sterea Ellas)

Wir befinden uns jetzt im Herzen Griechenlands, wo sich Delphi, das berühmteste Orakel der Antike, befindet. Der höchste Gipfel des Pindos-Massivs, das sich durch ganz Zentralgriechenland zieht, ist 2.637 m hoch und heißt Smolikas-Berg.
Das Achelóos- oder auch Messolóngi-Delta ist eine der bedeutendsten Regionen für die Vogelwelt in ganz Griechenland. Es hat eine Fläche von 63000 ha und bildet zahlreiche Lagunen, in denen viele Vögel brüten, überwintern und ganzjährig leben. Am Achelóos gibt es einen Eschenwald. Er stellt die Überreste eines ursprünglichen Auwaldes dar und am Ufer dieses Flusses kann man den Eisvogel inmitten von Schilfzonen brüten sehen.
Der größte See Griechenlands ist der Trichonis- oder Agrinion-See mit einer Fläche von 77,7 km², zu dem uns unser Weg weiterführt. Auf unserer Reise geht es weiter nach Südgriechenland auf den Peloponnes über die längste Schrägkabelbrücke der Welt zwischen Rio und Antirio.
Der Peloponnes
Der Peloponnes ist der südlichste Teil des Festlands. Viele große Städte der Antike, wie Mykene, Sparta und Olympia, die Heimatstätte der Olympischen Spiele, befinden sich in dieser Region.

Der Peloponnes bietet im Allgemeinen eine reiche Vielfalt an Landschaften, die von Gebirgen bis hin zu Lagunen und Dünenküsten reicht. Ein wichtiges Gebirge ist hier das Taygetos-Gebirge, das eine Höhe von 2407 m erreicht. Ebenso wird die Landschaft des Peloponnes von Ölbaumhainen geprägt.
Der Peloponnes wird im Norden vom Golf von Korinth begrenzt und besteht dort aus drei tief ins Meer ragenden Armen. Auf einer dieser Halbinseln in der Nähe der Stadt Pátras erstreckt sich das Chélmos-Gebirge, dessen Umgebung ebenfalls von Olivenhainen charakterisiert wird. Ein Stück weiter befindet sich der Vouraikós-Fluss mit seinem Platanen-Auwald. Unsere Reise geht weiter und bringt uns auf die blütengeschmückte Xerokambos-Hochebene, die auf einer Höhe von 1650 m liegt. Hier bietet sich uns ein Blumenparadies von gelb, violett und weißblühenden Krokussen, Gelbsternen, Messinischen Blaustern, Traubenhyazinthen, blaue und weiße Strahlenanemonen, dem Berg-Milchstern, wilden Tulpen und dem violettroten Holunder-Knabenkraut dar.
Im Nordwesten des Peloponnes, nördlich vom Prokopos-See erstreckt sich vor uns so gut wie nicht erschlossenes und ursprüngliches Land und wir lernen den von Küstenwäldern, Buchten und Lagunen geprägten Westen des Peloponnes kennen. Auf der Halbinsel Kyllíni findet man die berühmten Thermalwässer des Peloponnes, die bei Hautkrankheiten Wunder bewirken sollen. Südlicher, in der Nähe Spartas, liegt Mistras, die berühmte byzantinische Ruinenstadt und Klosteranlage.
Die Inselwelt
Insgesamt gehören zu Griechenland 9841 Inseln und Inselchen. Damit ergibt sich eine insgesamte Küstenlänge von 15021 km. Hellas nimmt den 2. Platz in Europa bei den Küstenkilometern ein, nicht zuletzt auch wegen der zahlreichen zerklüfteten Küsten des Festlands. Viele der Küsten sind sehr felsig. Sandstrände gibt es vor allem am Westpeloponnes, an der Küstenregion östlich des Olymps, auf der Halbinsel Chalkidikí und in Thrakien. Die tiefste Stelle des Meeresgrunds befindet sich mit 5221m im Ionischen Meer. Es ist die Calypsotiefe, die zugleich die größte Meertiefe im gesamten Mittelmeer darstellt. Die Ägäis ist wesentlich flacher. Hier liegt die tiefste Stelle bei 4452 m 49 Seemeilen östlich von Kap Prasso auf Rhodos.
Die Ionischen Inseln

Diese Region ist das kleinste geographische Gebiet Griechenlands und besteht aus sieben Hauptinseln, die sich entlang der Westküste Griechenlands ziehen. Sechs dieser sieben Inseln befinden sich im Ionischen Meer: Korfu, Ithaka, Lefkas, Paxi, Kephalonia und Zakynthos; Kythira liegt gegenüber des Kap Maleas am südlichen Peloponnes. Die Landschaften der Ionischen Inseln sind abwechslungsreich, gebirgig, mit steilen Felsküsten, sanften Buchten und üppiger Vegetation. In dieser Region herrscht ein mildes und relativ feuchtes Klima mit einer recht hohen Niederschlagsrate. Daher ist eine üppige Vegetation für diese Region kennzeichnend; darüber hinaus sind Elemente tropischer Flora mit Einfluss des europäischen Mittelmeerraums spürbar.
Eine kurze Reise durch das Ionische Meer bringt uns nach Korfu, der nördlichsten der Ionischen Inseln, die Albanien und Epirus gegenüber liegt.
Wir gehen auf der Insel im Norden Griechenlands an Land und unser Weg führt uns über ein schroffes Kalkgebirge der ca. 579 km² großen Insel. Den Süden von Korfu dominieren vor allem grüne Hügel und Olivenhaine, welche 3 Mio. Olivenbäume beherbergen. Wir erreichen Kerkyra, die Hauptstadt der Insel an der Ostküste, wo Zikaden mit ihren Chitinplatten musizieren. Dort lebt in feuchten Gebieten auch die Dalmatinische Raubschnecke. Unser Weg führt uns an einen der wenigen kleinen Seen auf Korfu vorbei, von welchem man aus das Quaken der Teichfrösche hört und man der Europäischen Sumpfschildkröte begegnen kann.
Schließlich gelangen wir zum Pantokrator, dem größten Bergstock Korfus. Mit seinen 906 m ist er der höchste Berg auf dieser Insel. Dort gibt es eine sehr reiche Insekten- und Spinnentierfauna. In diesem Terrain und in Erdröhren lebt auch die Apulische Tarantel, die größte in Griechenland vorkommende Wolfspinne.
Nach einiger Zeit sind wir auch im Westen der Insel angekommen, wo sich die Andioniti-Lagune, ein sehr bedeutender Rastplatz für Vögel wie Knäk-, Löffel-, Pfeif- und Spießenten, befindet. In dieser von Schilf umgebene Lagune lassen sich auch verschiedene Reiherarten gut beobachten. Im Westen der Insel befinden sich lange, romantische Sandstrände, an denen wir unsere Reise fortsetzen und den Badefreuden frönen können. An diese Strände schließen sich Olivenhaine an, durch welche man schließlich in ein mit Zypressen bewachsenes Hügelland gelangt.
Gehen wir ein Stück weiter, so erblicken wir breite Sanddünen, bewachsen mit verschiedenen Gräsern, Stranddisteln, Scheiben-schneckenklee, Meersenf, Leimkraut und Stechwacholderbüschen. Wieder im Osten der Insel Korfu angekommen, haben wir sie nun einmal umrundet und verabschieden uns mit einem Blick auf die kleine Insel Pontikoníssi, die mit Zypressen geschmückte Mäuseinsel, welche der Legende nach das versteinerte Schiff des Odysseus sein soll.
Die Ägäischen Inseln

Das Ägäische Meer erstreckt sich zwischen Griechenland und Kleinasien. Die Inselgruppe der Ägäis besteht aus Hunderten von Inseln und Felseninseln. Diese sind bergig oder hügelig und erfreuen sich eines warmen Klimas. Mykonos, Santorin, Naxos, Paros, auf die Kykladen, Rhodos, Kos, Samos, Chios und Lesvos sind die international bekanntesten Feriendomizile in Griechenland.
Wir segeln nach Lesbos, der drittgrößten griechischen Insel, die vor der türkischen Küste gelegen ist. Die Insel mit der Hauptstadt Mytilene gilt seit der Bronzezeit als besiedelt und wurde bei den Hethitern erstmalig als Lazpa erwähnt. Hier lebte im 7. Jh. v. Chr. die berühmteste Dichterin der Antike, Sappho, die auch als die zehnte Muse betitelt wurde.
Chios ist eine sehr gebirgige Insel. Der Dichter Homer soll im Dorf Pitios auf dieser Insel geboren sein; doch dies gilt nicht als sicher, da viele andere Orte in Griechenland ebenfalls behaupten, Homer wäre dort geboren. Die zwei vorsokratischen Philosophen Ion von Chios und Metrodoros stammen jedoch tatsächlich von dieser Insel. Die Landschaft prägen vor allem Olivenbäume, Wein und Mastixbäume, deren Harz sehr berühmt ist und für Kaugummi und Süßigkeiten verwendet wird. Von Chios-Chora, dem Hauptort der Insel, aus segeln wir weiter nach Süden. Vom Schiff aus können wir schon die 480 km² große Insel Samos sehen.
Das wasserreiche Samos ist unter anderem für seinen Wein berühmt. Durch den Reichtum an Wasser, den Samos besitzt, gibt es eine landschaftliche Vielfalt zu bewundern. Es werden Tabak, Wein, Ölbäume genauso wie Zitrusfrüchte angebaut. Zwischen zahlreichen Ruinen antiker Baukunst wandern wir umher und bestaunen diese Zeugnisse der Vergangenheit. Eines der bedeutendsten antiken Heiligtümer ist das Heraion, ein der Göttin Hera geweihter Tempel, welcher im Laufe der damaligen Zeit stetig in größeren Abständen neu errichtet wurde. Unter den reichlich vorhandenen Ruinen befinden sich auch römische Thermen und ein hellenistisches Gymnasium mit dem dazugehörigen Stadion.
Wir legen am Hafen der Insel Naxos an, der größten Insel der Kykladen. Während es im Osten der Insel hauptsächlich steilere Ufer gibt, erstreckt sich im Westen ebenes Land und von Norden nach Süden verläuft ein bis zu 1300 m ansteigendes Granitgebirge.
Da Naxos gut bewässert ist, gibt es sehr fruchtbares Land, auf dem Weizen, Gerste, Südfrüchte, Wein und Mastixbäume gedeihen. Zudem werden, wie es in Südeuropa typisch ist, Olivenbäume angepflanzt und Marmor abgebaut.
Wir erreichen nun die Insel Rhodos, die viertgrößte griechische Insel. Sie liegt nur 18 km von der türkischen Küste entfernt und nimmt eine Fläche von ungefähr 1.400 km² ein. Besonders an den Stätten Ialyssos, Lindos und Kameiros finden sich Überreste aus neolithischer Zeit sowie mykenische Nekropolen (Gräber).
Die Vulkaninsel Santorini, auch Thíra genannt, ist unser nächstes Ziel. Sie liegt etwa 100 km nördlich von Kreta und ist die südlichste Insel der Kykladen. Auf der 71 km² großen Fläche leben dauerhaft rund 9.700 Einwohner. Diese sichelförmige Insel bildet mit den ihr gegenüberliegenden Inseln Thirasía und Aspronísi eine Caldera, welche sich vermutlich durch den großen Vulkanausbruch von 1220 v. Chr. geformte. Es entstand ein Vakuum unter der Erdkruste, welches diese einbrechen ließ, so dass sich eine tiefe Caldera bildete. Diese füllte sich sehr schnell mit Wasser. So erhielt Santorini das Aussehen, für das es heute bekannt ist. Santorini ist berühmt für seine Weine, deren Trauben auf der fruchtbaren vulkanischen Erde reifen. Das Santoringestein (vulkanischer Bims) wird für Wasserbauten verwendet.
Kreta

Weiter in Richtung Süden kommen wir in Kreta an. Kreta schließlich ist die größte (mit einer Gesamtfläche von ca. 8.336 km²) und zugleich südlichste Insel Griechenlands. Sie bildet den südlichsten Teil Europas und hat dessen südlichste Stadt (Ierapetra).
Wie fast alle griechischen Inseln ist auch Kreta sehr gebirgig. Im Westen der Insel erheben sich die Weißen Berge, die Lefka Ori, mit dem Ida- und dem Díkti-Gebirge, deren Gipfel über 2400 m hoch sind. Die Mythologie beschreibt, dass hier einst hier die Nymphe Ida lebte, welche sich liebevoll um den kleinen Zeus kümmerte und ihn säugte, als Rhea ihn in den Weißen Bergen vor Kronos versteckte. Damit Kronos das Versteck des kleinen Zeus nicht finden konnte, verwandelte Ida sich in die Ziege Amalthea auf dem gleichnamigen Berg Ida, wodurch das Gebirge seinen Namen erhielt. Zeus hat als Talisman ein Horn, das er der Amalthea einst als Knabe abbrach.
Die Dactyli, die Kinder des Berges Ida, sind kleine Satyrn, die der Amalthea halfen, den kleinen Zeus zu hüten, indem sie Abzählreime für ihn erfanden, um ihn vom Schreien abzuhalten. Zeus versetzte Amalthea zum Dank als Leitstern in das Sternbild Capella, das im Lateinischen „Ziege“ bedeutet.
Die Samariá-Schlucht in den Weißen Bergen ist die wohl bekannteste Schlucht Kretas und ganz Griechenlands. Sie zählt mit ihren 18 km Länge zu den längsten Schluchten Europas und es sind 1800 Pflanzenarten in den Weißen Bergen zu finden, von denen einige auf die Samariá-Schlucht beschränkt sind. Dort kann man kretische Wildziegen, deren Spitzname Kri-Kri ist, beobachten.
Im Nordosten Kretas liegt der Palmenstrand von Wái. Hier gibt es die größten Bestände der Kreta-Dattelpalme, die dank einer Süßwasserquelle hier prächtig gedeihen. Sie verleihen dem breiten, weißen Strand auf der Sideros Halbinsel ein exotisches Südseeaussehen. Die zahlreichen Orchideenarten geben ihm einen sinnlichen und magischen Charakter.
Berühmt ist Kreta heute vor allem für seine Zeugnisse aus minoischer Zeit: Knossos mit dem Palast und dem Labyrinth des Königs Minos. In Phaistos befinden sich ebenfalls minoische Palastanlagen. Funde aus den Palästen von Knossos und Phaistos sowie anderer antiker Stätten, Steingefäße aus frühminoischer Zeit, Keramik, Sarkophage und Schmuck kann man im archäologischen Museum von Heraklion sehen.
Quelle: Griechische Botschaft in Wien + Griechischen Botschaft Berlin